Wildgärst 2891 m.ü.M / Schwarzhorn 2927 m.ü.M - Berner Oberländische mystisches Anbiente

Meine 2. Gipfelziele liegen im Berner Oberland – oberhalb von Grindelwald. Das Highlight der Tour ist der Klettersteig mit seinen fünf senkrechten Leitern.


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DER STILLE, EINSAME UND STEINIGE GIPFEL IN GRINDELWALD
Zunächst geht es mit der Bergbahn von Grindelwald auf den First. Nachdem ich die ersten Touristengruppen mit viel Schwung hinter mir gelassen habe, wird es auf dem Weg zum Bachsee spürbar ruhiger. Das liegt sicherlich an den tiefen Wolken im Tal – von unten glaubt man oft gar nicht, wie schön das Wetter weiter oben ist.


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Im stetigen Aufstieg komme ich an den Karseen Hagelseeli und Häxeseeli vorbei – einfach wunderbar. Die Atmosphäre ist einzigartig: die wunderschöne Berglandschaft und diese Ruhe – keine Sau ist unterwegs, nur ich und das Pfeifen der Murmeltiere. Herrlich!


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Am Pass bei Wart angekommen, zeigt die Beschilderung nach rechts zum Schwarzhorn – aber ich gehe erst geradeaus weiter zum Wildgärst. Der Weg führt mich durch Geröll, an Steinmännchen entlang, in steileres Gelände.


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Die Route ist gut machbar, doch nun wird’s nochmal ordentlich steil. Im Zickzack steige ich über Schotter und große Blocksteine hinauf – plötzlich sehe ich den großen Steinhaufen: Das muss der Gipfel sein!


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Der erste Gipfel des Tages ist geschafft! Eine große Aussicht habe ich nicht – die Wolken bleiben heute hängen. Aber ich liebe auch diese mystischen Gipfelmomente – irgendwo zwischen Sonne, Wolken und blauem Himmel.
Kurze Fotopause – und dann zurück zum Pass „Wart“.


6.1


Jetzt beginnt ein kurzes, technisch anspruchsvolles und exponiertes Teilstück – sicher eine der Schlüsselstellen.
Die Route sieht heftig aus, zum Glück ist sie mit blau-weißen Markierungen gekennzeichnet. Ohne diese wäre der Einstieg schwer zu finden. Ein Seil hilft beim Aufstieg – es ist sehr rutschig und nass. Ein Klettersteigset brauche ich hier noch nicht – der eigentliche Schwarzhorn-Klettersteig über den Südwestgrat beginnt erst bei der „Grossi Chrinne“. Trittsicherheit ist aber bereits jetzt im steilen, teils gerölligem elände zwingend erforderlich. Das Seil hilft enorm, weiter oben ist es trockener und ich erreiche gut die Grossi Chrinne.


EIN KLETTERSTEIG DER EXTRAKLASSE


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Jetzt heißt es: Klettersteigset anlegen – und nochmal die Schwierigkeiten auf der Topo-Karte einprägen.
Von der Einstiegstafel geht es zunächst neben der Felswand über Platten (A) hinauf zum Übergang „Grossi Chrinne“. Nach einer kurzen Gratpassage folgt gleich die Schlüsselstelle (B/C): eine steile Stufe unterhalb der ersten Leiterngruppe.
Die Klettersteigskalen können im Menü unter der Rubrik „Schwierigkeitsskalen" eingesehen werden.


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Die ersten zwei Leitern sind sehr luftig und senkrecht – der Wind und die Nebelschwaden machen es nicht leichter. Los geht’s... In der Leiter selbst geht es gut, aber das Hinübersteigen zur nächsten Leiter sollte geübt sein.
Diese Schwierigkeit ist nun geschafft – die zwei ersten Leitern liegen hinter mir. Danach geht’s kurz über den Grat weiter.


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Ich schaue nach oben:
Schrecklich! Diese Leitern muss ich noch hoch – vor allem die Dreier-Leiternreihe mit Übergängen (B).


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Ich denke mir: Macht das Spass?! Wahrscheinlich nicht – egal, weiter! Ich steige zügig hinauf – plötzlich verhakt sich ein Karabiner am Stahlseil an der zweiten Leiter. Ich bleibe ruhig, habe aber echte Probleme, ihn zu lösen. Nach ein paar kräftigen Rucken geht es – weiter geht’s! Oben an der dritten Leiter angekommen – erstmal durchschnaufen.


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Laut Topo-Karte habe ich jetzt die Schlüsselstellen hinter mir. Der restliche Gratverlauf im Fels ist für mich einfacher – auch wenn es ausgesetzter ist. Solches Gelände bin ich von anderen Touren gewohnt.
Ich folge dem Grat (A), kurze steile Passagen (B) lockern den Weg zum Gipfel auf.


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Die letzten Aufstiegsmeter sind wieder Gehgelände. Viel sehe ich nicht – die Wolken dominieren den Gipfel. Der Hauptgipfel liegt etwas weiter hinten und ist von unten nicht sichtbar. Ich gehe zu einem sichtbaren Steinmann.
GESCHAFFT!!!

Ich sehe..................................................................... überhaupt nichts.


ICH LIEBE ES, WENN DER BERG IN EINE MYSTISCHE ATMOSPHÄRE GETAUCHT IST.


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Ich merke: Wenn ich noch die Bahn auf dem First erwischen will, muss ich Gas geben. Also flott, aber vorsichtig, beim Abstieg. Ich folge dem Südrücken des Berges über viel Geröll. Einen ersten Gratzacken umgeht der Weg rechts, über ein etwas ausgesetztes Band, ein zweiter wird überstiegen.
Etwa 200 Höhenmeter unter dem Gipfel, vor den Abbrüchen des Gemschbergs, knickt die Spur nach rechts ab. Im Zickzack steige ich über den Geröllhang hinunter. Ich schaue auf die Uhr – es wird knapp! Der Weg wird flacher, ich renne fast zurück zur Firstbahn.
UNGLAUBLICH – ich hab’s GESCHAFFT! 10 Minuten vor Betriebsschluss steige ich in die Bahn ein.


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Schwierigkeiten:
Wildgärst:
Bergweg im Bereich T3. Die Schlüsselstelle an der Grossi Chrinne war bei meinen Bedingungen ein gutes T4. Das Seil hilft sehr – dennoch braucht es Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Berggeschick. Schwarzhorn: Klettersteig Schwierigkeitsgrad K2–K3. Es gibt eine Zweier-Leiternsektion und später eine Dreier-Leiternreihe. Ansonsten ist der Weg ein solides T4 mit 1–2 Stellen T5. Der Fels ist schön kompakt, aber es gibt nur wenig Eisen. Der Abstieg ist ebenfalls anspruchsvoll (T4) – teils steil und geröllig.


Route:
• Firstbahn – Wart – Wildgärst: 3 Std, T3
• Wildgärst – Grossi Chrinne: 1,5 Std, T4
• Grossi Chrinne – Klettersteig – Schwarzhorn: 1,5 Std, K3
• Schwarzhorn – Firstbahn: 2 Std, T4


Gesamtzeit: 8 Std
Gesamtaufstieg: 1350 Hm
Gesamtabstieg: 1350 Hm
Distanz: 17 km