Das 3123 m hohe Oldenhorn oder Oldehore bietet eine abwechslungsreiche Tour in alpiner Umgebung. Die Aussicht vom Gipfel ist überragend. Viele Wege führen zum Gipfel, ich nehme die Route auf der Berner Seite, im Obersimmental. Die anderen Routen führen über den Gletscher. ━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━
22. August 2026
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Ich starte in Reusch beim Parkplatz oberhalb von Gsteig im Berner Oberland. Nun geht es looos! Ich bin jetzt schon begeistert, perfekte Temperaturen, lange Hosen und ein Jäckchen. Ich spüre den Herbst, meine Lieblingsjahreszeit!

Moderat geht es die ersten Meter eine Bergstrasse hinauf, immer mit Blick auf eine einzigartige Kulisse der Morgenstunden. Nach gut einer Stunde erreiche ich die Oldenalp, von wo es jetzt richtig losgeht. Auf der Oldenalp ist es mucksmäuschenstill, fast wie im Spätherbst. Die Kühe sind bereits wieder im Tal, und man sieht erschreckend deutlich, dass die Wiesen nach der langen Trockenheit kaum mehr nachgewachsen sind.

Jetzt folge ich dem Bergweg ins Hochtal hinein. Ich halte mich bergwärts. Über wunderschöne Bäche und Wasserfälle geht es stetig nach oben.

Die Wasserfälle in dieser einzigartigen Region sind Natur pur, wie aus dem Bilderbuch. Zum ersten Mal habe ich den Blick auf mein Gipfelziel, doch es liegt noch in weiter Ferne. Es warten noch immer mehr als 1000 Höhenmeter bis zum Gipfel.

Weiter geht es den Wegspuren über Grashänge und Schrofenrippen hinauf, bis ich die erste Talstufe erreiche. Am Rand des Block- und Schuttfeldes halte ich mich links. Dort erkenne ich deutlich den Punkt 2310 m, eine markante Pyramide, die als Orientierung dient.

Ab diesem Punkt ist der Weg nicht mehr offiziell markiert. Dank meiner Recherchen weiss ich jedoch, dass hier die blau-weisse Markierung beginnt, welche den weiteren Tourenverlauf anzeigt.

Dieser Markierung folge ich. Etwas später steigt der Weg ziemlich steil über Block- und Schuttfelder an und führt in zahlreichen Kehren über den Moränenrücken. Nach einiger Zeit erreiche ich den Oldensattel.

Hier kann man zuerst den Gletscher der Les Diablerets geniessen. Ohne Pause gehe ich gleich weiter. Die Wegspuren und die Route zum Gipfel sind gut sichtbar. Es geht praktisch dem Grat entlang bis zum Gipfel. Technisch ist die Route nie besonders schwierig, vorausgesetzt, man ist in diesem Gelände trittsicher und gewohnt, sich darin zu bewegen.

Kurz unterhalb des Gipfels gibt es bei Punkt 2945 m ein paar einfache Kraxelstellen. Mit Stahlseilen gut gesichert steige ich langsam höher. Die Kräfte lassen langsam nach, ich bin schliesslich schon seit sechs Stunden am Aufsteigen.

Kurze Zeit später stehe ich einsam und allein auf dem Gipfel. Ich geniesse den Moment, den Gipfel ganz für mich allein zu haben. Heute hat es gerade einmal 2 Grad auf dem Gipfel, mit der Sonneneinstrahlung einfach perfekt. Nach der langen Hitze ist es herrlich, wieder einmal angenehme Temperaturen in den Bergen zu erleben.
Die Aussicht ist fantastisch: Blick auf den Glacier 3000, den Scex Rouge und ganz am Horizont auf den Mont Blanc. Dazu reicht der Blick über die hohen Berge des Berner Oberlands, ins Ober- und Unterwallis bis hinüber ins Freiburgerland.

Der Abstieg erfolgt über die gleiche Route wie der Aufstieg. Man könnte auch über den Gletscher absteigen und eine andere Route wählen. Ich gehe jedoch gerne denselben Weg zurück. So kann ich den Kopf komplett abschalten und die vertraute Route gemütlich geniessen.
Schwierigkeiten:
- Reusch bis Punkt 2310 m: T2/T3
- Punkt 2310 m bis Oldenhorn: T3

Fazit:
Eine abwechslungsreiche, panoramareiche und anspruchsvolle Wanderung, die eine gute Kondition erfordert. Die grösste Herausforderung ist nicht die Technik, sondern die 1900 Höhenmeter im Auf- und Abstieg.