Rohrbachstein 2950 m ü. M – Ein Aussichtsberg par excellence

Der Gipfel befindet sich in den Berner Alpen – unweit der Grenze zum Wallis. Der Felskopf des Gipfels ist von der Wildstrubelhütte aus wunderschön anzusehen.
Der Gipfel ist nicht markiert und wird als alpine Tour angegeben.


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Die Iffigenalp, von wo ich starte, liegt noch im Schatten – aber die umliegenden Gipfel strahlen bereits im warmen Morgenlicht. Ich folge dem Wanderweg in Richtung Rawilpass. Fasziniert blickt man in die abweisende Fluh und kann sich kaum vorstellen, dass dort tatsächlich ein Weg hindurchführen soll.


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Schnell gewinne ich an Höhe, lasse die Blattihütte hinter mir und erreiche oberhalb des Blatihubels eine Weggabelung. Ich folge dem Pfad Richtung Rawilseeleni / Wildstrubelhütte. Der Anstieg ist angenehm – die Temperaturen sind perfekt.


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Angekommen bei den Rawilseeleni – die verschiedenen kleinen Seen sind wunderschön anzusehen.
Sie zeigen eindrucksvoll, wie einzigartig die Natur hier oben ist.


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Nach den Seen folgt der recht steile Hüttenzustieg durch eine Geröllhalde. Faszinierend ist das Farbenspiel – von Schwarz über Grau variieren die Töne der Steine und bilden eine abwechslungsreiche Kulisse für den Aufstieg.


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Bei der Hütte, die ich links liegen lasse, gehe ich direkt weiter – da ich beim Abstieg noch einkehren werde.


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Mein Blick fällt auf den markanten Felsblock, der westlich der Hütte aus dem Geröll aufragt: der Rohrbachstein, mein heutiges Ziel. Der Weiterweg zur Wisshorelücke ist nur noch ein Katzensprung – allerdings sind die beiden Schneefelder im Schatten von Punkt 2904 m ü. M. etwas rutschig und erfordern die nötige Vorsicht.


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Nun quere ich die Ebene in Richtung Westen und folge dem Wanderweg, bis dieser ins Wallis absteigt.


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Ich bleibe auf dem Grat – die Route ist schwer auszumachen. Ich werfe einen Blick auf die Karte im SAC-Tourenportal und erkenne, wo die Route weiterführt. Ich umgehe den Gipfel auf der Nordseite und klettere von Westen her auf den Gipfel.


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Die kurze Kletterstelle ist für mich unschwer – sie ist sogar mit einem Seil gesichert. Die Klettereinlage macht mir richtig Spaß – man erkennt gut den Verlauf des Aufstiegs.


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Über große Blocksteine, die mit Steinmännchen markiert sind, geht es weiter hinauf – noch eine kurze Querung.
Dann bin ich oben und sehe das Gipfelkreuz.


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Zum ersten Mal bin ich sprachlos...

Das Panorama ist überwältigend – vor allem bei diesen Bedingungen: Wildstrubel und Altels im Osten, die versammelten 4000er des Wallis inklusive Mont Blanc im Süden, das Wildhorn im Westen, und im Norden die gesamte Prominenz von Simmental und Waadtländer Alpen. Schlicht und einfach fantastisch. Auch die Tiefblicke vom Gipfel sind einmalig.


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Ich genieße den Gipfel ausgiebig, bevor ich mich an den Abstieg mache. Bis Punkt 2552 m ü. M. folge ich der Aufstiegsroute – dort nehme ich den Abzweig Richtung Rawilpass. Natürlich gönne ich mir noch eine Stärkung in der Wildstrubelhütte.
Bei der Wysshorelilücke mache ich noch einen kurzen Abstecher auf den Wysshore-Gipfel (2947 m ü. M). Ab dem Rawilpass geht es wieder auf dem markierten Weg zurück zur Iffigenalp.


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Schwierigkeit:
T5–, kurze Kraxelstellen im II. Schwierigkeitsgrad (zuoberst am Rohrbachstein). Die Route ist bis zur Wisshorelücke als Bergwanderweg markiert. Der Weiterweg auf den Rohrbachstein ist eine Alpinroute und unmarkiert – teilweise mit Wegspuren und Steinmännchen versehen. Der Gipfelkopf wird auf der Westseite erkraxelt (Fixseile vorhanden). Im obersten Teil ist etwas Geschick bei der Wegfindung nötig.


Route:
• Iffigenalp – Rawilseeleni – Wildstrubelhütte: 3.5 Std, T3
• Wildstrubelhütte – Wysshorelilücke – Rohrbachstein – Wysshore – Wildstrubelhütte: 2 Std, T5–
• Wildstrubelhütte – Rawilpass – Iffigenalp: 2.5 Std, T3


Gesamtzeit: 8 Std
Gesamter Auf- und Abstieg: 1'720 hm
Distanz: 17 km