Meine ViaJura Runde 2.0 - Die Röstigrabenroute

Heute soll es wieder eine grosse Jura-Etappe sein. Der Start ist in Delsberg (Delémont). Über mehrere Etappen geht es ins Schwarzbubenland zur Hohen Winde im Solothurnischen und weiter nach Beinwil, wo heute mein Ziel ist.


BIS HOHE WINDE – 9 STUNDEN
Start: 11. April 2026


1


Nun der Reihe nach: In Delémont gehe ich zuerst aus dem Städtchen hinaus, der Birs entlang, wo ich später dem Wegweiser zur Hohen Winde folge. Die erschreckende Zeitangabe von 9 Stunden zur Hohen Winde blende ich gekonnt aus.


2 Ich laufe gemütlich den Wald hinauf über steile, schöne Wege. Heute hat es in tiefen Lagen etwas Nebel, es ist eine grandiose, mystische Stimmung.


3 Im Laufe des Aufstiegs kommt die Sonne immer mehr zum Vorschein. Es ist herrlich, wie sie durch die Bäume scheint, zusammen mit den letzten Nebelschwaden.


4 Weiter oben, raus aus dem Nebelmeer, zeigt sich der Jura von seiner schönsten Seite. Bei den Felsformationen Roc de Courroux kraxle ich kurz über die Felsen zum höchsten Punkt. Wieder einmal ein wenig Kraxelfeeling, grandios! Da blüht das Bergsteigerherz auf.


5 Ich ziehe mir das beeindruckende Panorama des Juras rein! Ich bin echt überrascht, dass es zu dieser Jahreszeit ein Nebelmeer hat. Weiter geht’s wieder hinunter über Waldwege, immer den Markierungen folgend.


BIS HOHE WINDE – 6 STUNDEN
6 Der erste lange Grat der heutigen Tour: ein typischer Juragrat mit Steinen, Wurzeln und dazwischen abgefallenem Laub. Bis zum Rechtenberg und zum Hof Fringeli werden in der doch recht hartnäckigen Hitze viele Kilometer gemacht.


BIS HOHE WINDE – 3.5 STUNDEN
7 Vom Hof Fringeli in der prallen Sonne die Strasse hinunter und wieder hinein in den Wald. Zum Glück! Ich bin froh, wieder den Schatten der Bäume geniessen zu können. Manchmal gehe ich über Wiesen, aber meistens sind sehr schöne Waldpassagen zu meistern. Die Zeitangaben der Wegweisertafeln zur Hohen Winde werden immer kürzer das motiviert!


8 Weiter die Flanke hinauf zum „Hoggen“ ein sehr schöner Aussichtshügel mit wunderbaren Tiefblicken nach Erschwil und in die umliegenden Dörfer. Weiter geht’s ziemlich steil hinunter zum Welschgätterli. Ein Schattenloch perfekt nach dieser Hitze. Ich mache hier eine Pause und tanke meine Batterien wieder auf.


BIS HOHE WINDE – 2.5 STUNDEN
9 Der Passübergang Welschgätterli ist zugleich die Sprachgrenze zwischen Jura und Solothurn. Hier geht es ziemlich spektakulär über ein Weglein neben den imposanten Felsen hinauf. In moderatem Auf und Ab folge ich dem Waldpfad weiter. Zuerst nur leicht ansteigend am Waldrand entlang, bevor es über Wiesen ziemlich steil nach oben geht.


10 Oben angekommen am Trogberg, bei einem Brunnen, kann ich nicht widerstehen und trinke etwas vom herrlich kühlen Wasser. Etwas später sehe ich das Gewitter, das sich für heute angekündigt hat. Beim Ricola-Kräutergarten vorbei zum Rotmättli. Regenjacke anziehen, denn das Gewitter kommt im Eilzugtempo. Starkregen, Hagel, Kälte und das alles innerhalb von kurzen 20 Minuten.


BIS HOHE WINDE – 1.5 STUNDEN
11 Es geht weiter… Das Gewitter habe ich hinter mir, noch etwas leichter Regen. Kommt da etwa noch ein zweites Gewitter? Tatsächlich. Nur kurz, aber ziemlich stark. Ich gehe im offenen Gelände die letzten Meter zur Hohen Winde hinauf.


HOHE WINDE – GESCHAFFT!
12 Nach 10 Stunden bin ich auf der Hohen Winde...Aussicht keine.
Dafür gehe ich ein Stück hinunter und mache bei der Skihütte Pause. Ich trockne mich und geniesse eine lange Pause. Obwohl die Hütte noch geschlossen ist, geniesse ich das Ambiente der Einsamkeit. Ich habe aber schon einmal bei den Hüttenwirten angekündigt, dass ich nächste Woche auf einen Kaffee Lutz und etwas Essen vorbeikomme!


13 Der letzte Abstieg zum Kloster in Beinwil: Ich nehme den direkten Weg durch den Wald hinunter. Ich kenne die Wege am steilen Abstieg, deshalb nehme ich ein paar Abkürzungen und bin kurz vor Sonnenuntergang am Ziel in Beinwil.
THE END


14

Daten:
Schwierigkeit: T1 – T2
Distanz: 31.13 km
Höhenmeter: ⬆️ 1635 m ⬇️ 1475 m
Zeit: 12 Stunden


Fazit:
Faszinierende und einsame Tour durch typische Jurawege im einfachen Gelände mit wechselnden Auf- und Abstiegen.