Heute möchte ich den 2. Teil meiner Wanderung vom Moutier nach Gänsbrunnen und weiter über den Weissenstein hinunter durch die Verenaschlucht bis in die Stadt Solothurn unternehmen. Eine ziemlich lange Etappe mit zwei grossen Auf- und Abstiegen.
18. April 2026
Teil 1:
Meine Wanderung beginnt in Moutier, nachdem ich das öffentliche Verkehrsmittel verlassen habe. Ich folge den gelben Markierungen immer in Richtung „Graitery“. Zunächst geht es am Ortsrand über Asphaltstrassen nach Osten, später über breite Schotterwege in südliche Richtung.

Nun geht es in den Wald hinein, ohne Kompromisse geht es gleich steil bergauf. Die Morgenstimmung ist wieder einmal einmalig, die Sonne drückt immer wieder durch die Wälder. Über wunderschöne Serpentinen und schöne, steile Waldwege geht es weiter nach oben.
Der Weg wird nach einer Abzweigung schmaler und je höher ich steige, desto steiler wird es. Die Felsabbrüche werden erreicht, so erkenne ich auch die Treppenkonstruktion. Rhythmisch erklimme ich über vier Leitern den Ausstieg.
Ich befinde mich nun wie auf einem Waldpass, rechts und links Felsen und in der Mitte geht es hindurch. Sehr schöne Passagen in diesem Waldstück!
In einigen kleineren Auf- und Abstiegen, dafür mit freiem Blick in die umliegende Hügellandschaft, geht es über Loge aux Boeufs, inklusive eines kettengesicherten Waldabstiegs.
Weiter geht es über Wiesen und Waldaufstiege Richtung Oberdörfer. Ich muss immer wieder die Wege suchen, da zum Teil die Markierungen und die Pfadspuren etwas schwer zu erkennen sind.
Beim Restaurant Oberdörfer gönne ich mir ein kleines erfrischendes Getränk und geniesse die Ruhe in der Natur.
Die langgezogene Hochebene führt mich zum Backihaus. Die Hütte gehört zum Schweizer Alpen-Club (SAC).
Ab hier führt der teilweise steile Grat hinunter durch den Wald zum Steinbruch bei Gänsbrunnen. Ich kann mit jedem Meter, den ich nach unten gehe, den Temperaturanstieg spüren.
Teil 2:
In Gänsbrunnen mache ich zuerst einmal eine kleine Pause, irgendwo zwischen den Häusern, wo eine Sitzgelegenheit Schatten spendet. Nun geht es weiter, vom Dorf aus führt der Weg in ziemlich gerader Linie den Nordhang hinauf. Bald erreiche ich ein Forststrässchen, dem man bis zu einem Tunnel folgt. Hier befinden sich Hinweise auf einen geologischen Wanderpfad. Die Entstehung des Jurakalks wird erklärt.
Im Tunnel kann ich mich hervorragend abkühlen! Weiter geht’s… ich folge dem Weg nach rechts zur Lichtung Rüschgraben. Der Weg wird nun schmaler und etwas steiler. Mit einigen Kehren erreiche ich den Chessel und sehe schon meinen nächsten Stopp…
Beim Gasthof Hinter Weissenstein, meiner Hütte des Monats April, gibt es eine grössere Pause und ich esse eine sagenhafte Bergrösti.
Mit vollem Tank gehe ich weiter, der Strasse entlang zum Weissenstein, wo ich ab jetzt den Abstieg vor mir habe.
Am Waldrand geht es hinunter zum Nesselboden, wo ich mich mitten im Bärlauchlabyrinth befinde.
Jetzt wird es interessant…
Steil geht es bei der Pächflue hinunter. Hier hat man eine gute Sicht auf die tollen Felsformationen. Eine echt wildromantische Stimmung, sehr interessante Wegführung immer wieder durch Felsabschnitte. Nicht gefährlich, aber die Hände braucht es zum Halten. Es ist sehr steinschlaggefährdet, deshalb schnell vorbei und hinunter zur sicheren Stelle.
In der Verenaschlucht angekommen, laufe ich am Verenabach hinunter. Dabei entdecke ich viele Höhlen, schöne Wasserfälle, die Verenakapelle und schöne Brücken.
Sogar ein seltsames Liebespaar, etwas zu freizügig und zu intim für die Natur!
Nun schlendere ich die letzten paar Kilometer der Strasse hinunter in die Stadt Solothurn.
Solothurn bietet eine sehr schöne Altstadt mit grossartigen Gebäuden: den Zeitglockenturm, die St.-Ursen-Kathedrale, den Krummturm und das Baseltor.

Daten:
Schwierigkeit: T1 bis T3
Distanz: 28.33 km
Höhenmeter: ⬆️ 1468 m ⬇️ 1573 m
Zeit: 11 Std.
Fazit:
Eine Tour der Superlative, die das Jura zu bieten hat.
Von schönen Waldpassagen bis zu aussichtsreichen Hochebenen.