Öhrlikopf 2193 m.ü.M / Säntis 2502 m.ü.M - «Über die Nasenlöcher zum Öhrli.» Kitschig und doch echt

Eine Alpinroute auf den Säntis, die an den „Nasenlöchern“ vorbeiführt, über die Öhrligrueb zum Öhrlikopf und weiter auf den Gipfel des Ostschweizer Hausbergs – dem Säntis.
Die Route im Alpstein ist meist gut markiert, heikle und ausgesetzte Stellen sind mit Drahtseilen gesichert.


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Von der Schwägalp folge ich den Wegweisern Richtung Chammhaldenhütte, vorbei an Bauernhöfen und Dreihütten in Richtung Schwizerälpli. Etwa auf halber Strecke zweigt der Weg rechts ab zum Einstieg in die Nasenlöcher-Route ab hier blau-weiß markiert.


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Am Beginn des Felsgeländes angekommen, führt der Weg über Grasbänder – teils recht ausgesetzt. In den schattigen Hängen ist es ziemlich feucht.


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Weiter hinauf zu den „Nasenlöchern“. Ab hier wird der Weg immer felsiger und ausgesetzter, an einigen Stellen muss ich die Hände zu Hilfe nehmen.


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Ich lasse es mir nicht nehmen und schaue kurz in eines der Nasenlöcher hinein - eine kurze Verschnaufpause, dann geht’s zurück zur Aufstiegsroute.


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Weiter ins Kraxelgelände. Die Schlüsselstellen sind ziemlich ausgesetzt, aber für mich als erfahrenen Bergsteiger (T4) problemlos machbar. Sie sind perfekt mit Ketten gesichert. Nach der Schlüsselstelle wartet noch eine Querung in felsigem Gelände, danach liegt der schwierigste Teil bis zur Hinteren Öhrligrueb hinter mir.


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In der Öhrligrueb angekommen, sehe ich das Öhrli in seiner ganzen Pracht vor mir – und ja, ein wenig Respekt vor dieser Felswand habe ich schon.


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Über ein Grasband steige ich zu den Felsen hinauf, dann weiter über Blocksteine und durch eine Felsrinne. In der Rinne suche ich mir die beste Route - meine Wahl ist gut, kurz darauf stehe ich am Grat.


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Ich sehe das kleine Gipfelkreuz – der erste Gipfel des Tages ist erreicht! Die Aussicht ist, wie immer im Alpstein auf dieser Höhe, einfach sensationell. Da ich noch zum Säntis will, mache ich mich bald an den Abstieg. Bis zur Öhrligrueb ist Vorsicht gefragt! Loses Gestein und die Rinne verlangen Konzentration und Trittsicherheit. Danach wird es leichter, immer mit Blick auf den Säntis. Über den Höchnideri-Sattel und die Rossegg zieht sich der Weg bis zum Blauschnee ziemlich hin. Er ist aber gut angelegt, oft über größere Blocksteine.


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Diesen Abschnitt sollte man nicht unterschätzen. Ich habe den Säntis zwar ständig im Blick, doch der Eindruck, dass das Ziel näher rückt, täuscht – es zieht sich und zieht sich...


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Weiter geht es nochmals über steiles, felsiges Gelände. Ein Drahtseil hilft über die Steine und Felsen hinauf zum Girensattel.


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Am Girensattel angekommen, nehme ich den am besten gesicherter Weg des ganzen Alpsteins, die Himmelsleiter. Danach geht es durch den Tunnel bis ins Herz des Alpsteins – den Säntis.


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Oben auf dem Säntis genieße ich die Rundumsicht. Fünf Minuten später – Wahnsinn – kommt der Nebel im Eilzugtempo hoch. Plötzlich sieht man nichts mehr. Was für ein Glück, dass ich rechtzeitig oben angekommen bin und dieses Naturspektakel erleben durfte.


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Danach gondle ich gemütlich mit der Seilbahn zurück zur Schwägalp. Ich genieße die Talfahrt.
Eine perfekte Tour, wenn am Nachmittag schlechtes Wetter angesagt ist, auch für die Knie eine gute Lösung.


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Schwierigkeiten & Zeitplan:
Einige Wegabschnitte sind ausgesetzt und erfordern daher gutes Schuhwerk sowie Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Der Öhrlikopf ist nicht markiert, das Öhrli ist eine alpine Route – in der Rinne muss gekraxelt werden. Alpine Erfahrung und Klettergeschick sind hilfreich.

  • Schwägalp bis Wegweiser Nasenlöcher (Aufstieg): T2
  • Aufstieg bis zu den Nasenlöchern: T2–T3
  • Nasenlöcher bis zur Öhrligrueb: T4
  • Öhrligrueb bis Öhrlikopf und zurück: T4+
  • Öhrligrueb bis Säntis: T3

    Route:
    Schwägalp – Nasenlöcher – Öhrligrueb – Öhrlikopf: 3,5 Std.
    Öhrlikopf – Öhrligrueb – Säntis: 2,5 Std.
    Gesamtzeit: 6 Std.
    Gesamtaufstieg: 1.443 Hm
    Gesamtabstieg: 359 Hm
    Distanz: 10,38 km