Heute gehe ich ins Nagelfluhgebiet des Speermassivs, das in den St. Galler Bergen liegt – nahe am Glarnerland. Mein Ziel ist es, heute alle drei Gipfel rund um den Federispitz zu besteigen.

Ich starte meine Tour beim Parkplatz am Walensee in Weesen. Es geht gleich richtig los mit dem typischen Nagelfluhgelände. Der Bergweg führt steil durch den Wald oberhalb von Weesen hinauf. An manchen Stellen gleicht der Weg eher einem Bachbett als einem Trail. Im Wald ist es noch recht feucht und matschig – die runden Steine sind dadurch ziemlich rutschig.

Weiter oben verlasse ich das Waldgebiet und erreiche ein offenes Weidegelände bei der Unternätenalp.

Über Alpwiesen geht es stetig bergauf bis zur Obernätenalp – der Blick auf das Nagelfluhgestein ist einzigartig. Vor mir sehe ich den Federigrat, den ich in etwa 20 Minuten erreichen werde.
"Nagelfluh" ist die Bezeichnung für ein spezielles Gestein, das in der Schweiz nur selten zu sehen ist.

Am Grat mache ich noch einen kurzen Abstecher zum Vorderen Federispitz – ziemlich ausgesetzt, aber macht richtig Spaß!

Nach dem kurzen Gipfelbesuch gehe ich zurück zum Federigrat und folge dort den Wegweisern zum Federispitz.
Zum Teil liegen noch kleinere Schneefelder und etwas Matsch auf dem Weg – aber alles gut zu umgehen.

Jetzt ist das Gipfelkreuz in Sicht – in fünf Minuten erreiche ich den Gipfel über einen steilen und steinigen Pfad.

Bei meiner Ankunft auf dem Gipfel bin ich noch allein. Doch wie von Geisterhand tauchen plötzlich immer mehr Gipfelbesucher auf. Ich genieße die Aussicht – auf das Linthgebiet, den Zürichsee, das Mittelland und die Ostschweiz.

Dann folge ich ein kurzes Stück der Aufstiegsroute zurück bis zur Abzweigung zum Plättlispitz – mein neues Ziel.
Ab hier geht es kurz über ein paar Ketten, dann auf einfachem Weg weiter zum Kreuz des Plättlispitz.

Vom Plättlispitz aus habe ich den Walensee in voller Pracht vor mir. Nach einer kleinen Pause mache ich mich über den gleichen Weg via Plättlispitz und Unternätenalp an den ziemlich langen Abstieg.
Das Nagelfluhgeröll ist beim Abstieg naturgemäß etwas schwieriger zu begehen, weil es feucht und meist unter dichtem Buchenlaub verborgen ist.
Natürlich bin ich bei der einfachsten Stelle schön auf die Fresse gefallen – musste ja so kommen!

Schwierigkeiten/Verhältnisse:
Die Krete beim Vorderen Federispitz ist unübersichtlich und hügelig, dazu noch leicht nass – sehr heikel.
Einmal muss ein Grataufbau auf der Schattenseite umgangen werden. Der Rest der Tour ist ein einfacher Bergweg.
Die größten Schwierigkeiten liegen in den Frühjahrsverhältnissen.
Route:
- Weesen – Unternätenalp – Obernätenalp – Federigrat, T3, 3 Std. 30 Min.
- Federigrat – Vorderer Federispitz – Federigrat, T4, 15 Min.
- Federigrat – Federispitz, T3, 30 Min.
- Federispitz – Plättlispitz, T3, 30 Min.
- Plättlispitz – Unternätenalp – Weesen, T3, 3 Std.
Gesamtaufstieg: 1500 Höhenmeter
Gesamtabstieg: 1500 Höhenmeter
Gesamtzeit: 7,5 bis 8 Stunden
Distanz: 14 km