Die Tour wurde am 2. April 2021 mit Schneeschuhen gemacht.
Der Piz Surgonda ist dank seiner Lage an der Julierpassstrasse im Engadin ein reizvoller 3000er, der zudem einen fantastischen Ausblick bietet.

Da der Frühling schon in den Startlöchern steht, sind die Temperaturen am Start der Tour bereits sehr warm.
Vom Parkplatz aus mache ich mich in nordwestlicher Richtung auf den Weg durch das Val d'Agnel. Die Steigung ist recht moderat.

Beim Abzweig zur Furcola digl Leget bzw. zum Piz Campagnung, der im Winter ebenfalls häufig begangen wird, mache ich einen Rechtsbogen und toure oberhalb des Flussgrabens Richtung Gipfel.

Dank der vielen Tourengänger ist der Weg zum Gipfel sehr einfach zu finden, ohne ständig auf die Karte schauen zu müssen. Der Schnee wird immer weicher – das heisst, ich sinke auch immer mehr ein. Es sind für Schneeschuhgänger nicht optimale Verhältnisse, aber die Zuversicht ist noch da.

Nun geht es rechts etwas steiler bergauf, bis man auf dem Rücken des Piz Surgonda steht. Der Tourenverlauf ist nicht schwierig – es geht immer über wenig anspruchsvolle Hänge nach oben.

Ab hier wird das Gelände schwieriger und für mich attraktiver. Ich gehe zunächst unterhalb des Kammes und dann auf dem Piz Surgonda weiter Richtung Ostgipfel. Da der Hang recht steil ist, versuche ich – entgegen den Spuren der Skitourengänger – möglichst auf dem Grat zu laufen. Hier sind ein paar Felsen zu überwinden; vermutlich wird dieser Abschnitt deshalb von vielen Tourengängern gemieden. Das Stück ist aber nur kurz.

Die letzten Meter im steinigen Gipfelgelände gehe ich ohne Schneeschuhe hinauf, da diese letzten Meter schneefrei sind.

Auf dem Gipfel wartet ein überwältigender Ausblick sowie beeindruckende Tiefblicke. Man sieht deutlich, dass man hier auf einem 3000er steht und ziemlich weit oben ist.

Der Abstieg erfolgt wie der Aufstieg. Der Abstieg hat es in sich – da die Temperaturen viel zu warm sind, ist es recht mühsam mit den Schneeschuhen. Man sinkt tief ein, und mein Gewicht ist dabei natürlich auch nicht gerade von Vorteil. Ich versuche, beim Abstieg nicht in den Skispuren zu laufen, da ich die bösen Blicke der Skifahrer kenne. Nach dem kräftezehrenden Abstieg komme ich ziemlich kaputt beim Auto an und bin froh, dass die Wintersaison vorbei ist.

Schwierigkeiten:
Auf- und Abstieg: WT4
Meine Schneeschuhtouren werden meistens abseits der markierten Routen unternommen. Deshalb muss alles gut geplant werden:
- Lawinensituation beachten
- Hangneigungen einschätzen
- Schwierigkeiten der Tour prüfen
- Gefahrenpotenzial berücksichtigen
- Wetter beobachten
- Kartenmaterial studieren

Zeiten:
Julierpassstrasse – Piz Surgonda: 4 Std.
Piz Surgonda – Julierpassstrasse: 3 Std.
Höhenmeter:
Aufstieg: 1000 hm
Abstieg: 1000 hm