Heute soll es zum 90. Mal in diesem Jahr auf meinen Hausberg gehen. Ich habe hier schon jede Wetterlage angetroffen – aber heute ist es ein unfassbares Wintermärchen. Die Tour aufs Hirni bietet verschiedene Aufstiegsvarianten – heute nehme ich euch mit Richtung Ibachfälle.
22. November 2025

Ich starte in Nunningen Dorf. Zuerst gehe ich der Strasse entlang zum ehemaligen Polizeiposten, wo es Richtung „Fass“ und „Ruine Gilgenberg“ geht. Heute ist es bitterkalt – den eisigen Temperaturen trotze ich. Es ist eine gute Akklimatisierung für die Wintertourensaison. Der Schnee wird moderat immer mehr – es sieht so aus, als wäre ich heute der Erste, der die Spuren in den frischen Schnee setzt.

Weiter gehe ich Richtung Osten zu den Ibachfällen. Der Weg im Schnee ist abenteuerlich angelegt, mit zwei kettengesicherten Passagen. Die erste davon, vor der Brücke mit dem Brückengeist, ist die etwas schwierigere. Sie führt leicht kraxelig und stufig eine Kurve hinauf.

Der Pfad ist schmal, und links geht es abrupt etwa fünf Meter direkt hinunter zum Ibach. Trotzdem ist es ein einfacher Wanderweg – bei den heutigen Verhältnissen muss ich jedoch etwas aufpassen, da Steine und Wurzeln am Weg gefroren sind. Der Weg ist aber wunderschön gemacht, und der Ibachfall führt heute richtig viel Wasser.

Nun geht es weiter den Wanderzeichen entlang Richtung Foggel, Zingelberg und Punkt 921 hinauf. Dank der Minustemperaturen sind die Wälder herrlich verschneit – und die Sonne sowie der blaue Himmel zeigen sich heute von ihrer besten Seite.


Beim Punkt 921 ist Spurarbeit gefragt – ich bin heute definitiv der Erste hier, abgesehen von den Wildtieren.


Die arktische Kälte und der beissende Wind machen mir überhaupt nichts aus – ich geniesse jede einzelne Sekunde an diesem Prachttag.

Nun bin ich am steilen finalen Aufstieg – hier macht man in nur zehn Minuten etwa 100 hm. Heute brauche ich etwas länger, denn ich geniesse dieses spezielle Ambiente.


Die letzten Aufstiegsmeter, der Sonne entgegen – und ich bin ein weiteres Mal oben am Hirnichopf. Aber definitiv zum speziellsten Mal der letzten 90 Besteigungen.

Ich schaue mir die Aussicht an und gehe gleich weiter – es ist so arschkalt mit der Bise, dass ich keine Lust auf eine Pause habe. In stetigem Auf und Ab gehe ich der Gratkante entlang Richtung Nunnigerberg.

Manchmal muss ich sehr gut aufpassen, da man die rutschigen Steine und Wurzeln unter dem Schnee nicht sieht. Mein Wanderstock leistet heute aussergewöhnlich gute Dienste. Da ich den Weg fast auswendig kenne, weiss ich auch genau, wo die kritischen Stellen sind – selbst wenn eine Schneeschicht darüber liegt.

Irgendwie finde ich, ist mir die Gratkante, trotz der mühsamen Bedingungen und ohne grössere Schwierigkeiten, echt gut gelungen. Weiter geht es zum Nunnigerberg – wo es Kaffee und Kuchen gibt.

Beim Abstieg mache ich noch einen kleinen Umweg zum Foggel hinunter und steige dann wieder zur Bergstrasse auf, wo es für mich nach Hause geht.

Schwierigkeiten:
Beim Winterwandern aufs Hirni muss damit gerechnet werden, dass es eisig und rutschig sein kann.
Stöcke – und bei Vereisung auch Grödel – können helfen.
SAC-Wanderskala:
Aufstieg Ibachfälle – Punkt 921: T1–T2
Punkt 921 – Hirnichopf – Gratkante – Nunnigerberg: T3
Abstieg nach Nunningen: T1
Zeiten:
Nunningen – Ibachfälle – Hirnichopf: 2 Std.
Hirnichopf – Gratkante – Nunnigerberg – Nunningen: 1.5 Std.
Höhenmeter:
Aufstieg: 680 hm
Abstieg: 660 hm