Auf die Spitze getrieben – 100 Gipfel in 2025

100 Gipfel in einem Jahr zu besteigen – das hat mich schon immer fasziniert. Dieses Jahr habe ich mich entschieden, die Herausforderung anzunehmen. Mein Kriterium: Es muss immer ein echter Gipfel in den Alpen sein – also kein Hügel oder Kamm, die zwar manchmal auch als Gipfel zählen, für mich aber keine sind.


Mein Ziel, die hundert Gipfel, wird jeweils an Wochenenden oder in den Ferien umgesetzt, da mein Zuhause nicht in den Alpen liegt.
Das Ganze ist natürlich sehr wetterabhängig – da ich nichts riskiere, bleibe ich bei schlechtem Wetter zu Hause.

Also: LOOOOS!


2


Januar
Mein Projekt beginnt. Ich denke mir, die meisten Gipfel werde ich im Frühling machen. Trotzdem nutze ich jedes Schönwetterfenster aus. Die ersten Gipfel habe ich bereits hinter mir. Meine Wintertouren mache ich immer mit Schneeschuhen. Um mehrere Gipfel zu machen und mein Projekt voranzutreiben, wäre es sinnvoller, mit Tourenski unterwegs zu sein. Meine Idee: Mit Skitouren anfangen – schliesslich bin ich ein guter Skifahrer auf der präparierten Piste. So mache ich es dann auch und absolviere einen Test. Ein halber Tag genügt, um zu sehen, dass es nichts für mich ist. Ich habe überhaupt keinen Spass daran, und ich glaube, nach meiner Knieoperation vor ein paar Jahren ist im Kopf die Angst sehr gross, dass ich mein Knie verletzen könnte. Beim Hinunterfahren im freien Gelände, im tiefen Schnee, habe ich irgendwie eine Blockade. Deshalb sage ich mir: Scheiss drauf – ich habe es probiert. Ich bleibe bei den Schneeschuhtouren.

Gipfel erreicht: 3


3


Februar
Dieser Monat ist fantastisch: perfektes Wetter. Jedes Wochenende bin ich in den Bergen unterwegs und mache meine Gipfel. Im Winter ist es schwierig, mehrere Gipfel auf einmal zu absolvieren. Es ist im Schnee doppelt so anstrengend wie im Sommer – deshalb reicht mir pro Tour ein Gipfel.

Gipfel erreicht: 11


4


März
Nun werden die Temperaturen immer wärmer und die Verhältnisse sowie die Schneequalität mit Schneeschuhen lassen zu wünschen übrig. Trotzdem habe ich ein Jahresziel – und das möchte ich erreichen. Manchmal ist es echt schwierig, mich zu motivieren und jedes Wochenende den Fokus zu halten.

Gipfel erreicht: 19


5


April
Für mich die schönste Zeit im Winter: Die Temperaturen werden frühlingshaft und ich kann Touren auswählen, bei denen ich am Fels und am Gipfelgrat ein paar Kraxeleinheiten habe. Die ersten 22 Gipfel sind erreicht. Der Weg ist noch lange …

Gipfel erreicht: 22


6


Mai
Schnee ade – willkommen Frühling!
Dieser Monat hat es in sich: jedes Wochenende perfektes Wetter. Jetzt ist die Zeit, mehrere Gipfel zu machen. Ich plane beide Wochenendtage – deshalb habe ich diesen Monat satte 18 Gipfel geschafft.

Gipfel erreicht: 40


7


Juni
Der Sommer ist da. Weiterhin perfekte Wochenenden – ich bin immer unterwegs. Dieser Monat ist Bündnermonat: Jede Tour wähle ich im wunderschönen Graubünden.

Gipfel erreicht: 46


8


Juli
Das Wetter wendet sich – der ganze Monat ist etwas durchwachsen. Ich wähle Touren aus, bei denen es ein gutes Wetterfenster gibt. Manchmal bleibe ich auch zu Hause und erhole mich.

Gipfel erreicht: 56


9


August
Eine Woche Ferien – viele Gipfel? Denkste! Irrtum!
Ein Tag ist super, der Rest ist Sofawetter.
Aber eigentlich bin ich nicht traurig: Ich bin total am Arsch – müde, ausgelaugt. Ich bin überhaupt nicht motiviert und habe momentan keine Lust mehr auf mein Projekt. Ich denke schon darüber nach, ob ich aufgeben soll. Abwarten!
Zeit für eine Pause – Ruhepause bis September.

Gipfel erreicht: 60


10


September
Die Krise des Jahres ist überwunden. Völlig motiviert und überheblich bin ich zurück – ich könnte Bäume ausreissen.
Jetzt habe ich richtig Lust auf Gipfel und weiterzumachen – nur das Wetter hat nicht die gleichen Pläne wie ich. Ich muss warten. Ich merke: Das Projekt wird wegen des Wetters echt schwierig.

Gipfel erreicht: 71


11


Oktober
Ich komme gut voran, aber ich habe die Befürchtung, es reicht nicht. Es sind noch so viele Gipfel zu machen.
Der grösste Faktor – das Wetter – lässt mich im Stich. Jetzt kommt auch noch der Schnee. Ich sehe schon das Scheitern des Projekts.

Gipfel erreicht: 80


12


November
Ein gemütlicher Monat. Wetter schlecht, Gipfel naja – Projekt: scheitere ich?
Ich glaube, es wird fast unmöglich. Die Zuversicht ist echt am Boden. Zu Hause an der Kühlschranktür hängt meine 100-Gipfel-Liste zum Abkreuzen. Ich schaue verdutzt diese Liste an. Ich bekomme schon das Moralische, weil ich so viel für dieses Projekt gemacht habe – und jetzt scheitere ich?

Gipfel erreicht: 85


13


Dezember
Fertig jetzt mit den negativen Gedanken – ich kämpfe bis zum Schluss! Der letzte Monat: Das Wetter hält. Es läuft gut, aber ich muss Gas geben. Meine Touren wähle ich jetzt so aus, dass ich mehrere Gipfel nacheinander machen kann. Des Öfteren habe ich total die Schnauze voll – überhaupt keine Lust mehr. Immer wieder: Gipfelaufstieg, Gipfelabstieg und wieder Aufstieg zum nächsten Gipfel. Dann erreiche ich einen Meilenstein: Zu Weihnachten bin ich bei 96 Gipfeln und habe eine Woche Ferien. Perfekte Aussichten – jeden Tag purer Sonnenschein. Ich nutze es total aus und gehe jeden Tag auf Tour!

Am 30. Dezember ist es so weit: Ich mache meine Gipfel 99 und 100.
UNGLAUBLICH!
Ich kann es fast nicht glauben – ich habe es tatsächlich auf den letzten Drücker noch geschafft.
Ich brauche ein paar Wochen, um das zu realisieren. Ich sehe die Gipfelliste am Kühlschrank an – Wahnsinn, alles erledigt.

Gipfel erreicht: 100

THE END