Rickhubel (1943 m.ü.M) – Gipfelrunde oberhalb des Glaubenbergpasses

16. Dezember 2025

Gipfelsammeln in der Region Glaubenberg: Hier bewege ich mich auf der Kantonsgrenze zwischen Obwalden und Luzern. Die Tour ist das ganze Jahr über sehr beliebt – im Winter sogar noch etwas mehr.


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Sonnenaufgangstour Ohne viel Zeit zu verlieren, fahre ich via Sarnen nach Langis. Der Parkplatz ist praktisch leer, wenig überraschend, da es noch stockdunkel ist. Gleich zu Beginn wartet die längste Tragpassage des Tages: Gemütlich geht es der Strasse entlang bis zur Passhöhe. Die frische Luft am kühlen Morgen ist jedes Mal etwas ganz Besonderes.


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Ab dem Pass werden die Schneeschuhe angeschnallt – ab in den Schnee. Die Morgenstimmung ist einmal mehr fantastisch. Ich steige zügig durch den Wald Richtung Rickhubel auf.


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Es hat bereits viele Spuren. Da ich jedoch schon mehrmals hier oben war, kenne ich die Route gut.
Mein Orientierungssinn lässt mich auch bei Dunkelheit nicht im Stich. Im Winter folgt man hier nicht den Wanderwegweisern zum Gipfel, da sich dort Wechten bilden und der Grat etwas heikel ist.
Deshalb halte ich mich an die Winterroute, wie sie auch in der White Risk App eingezeichnet ist.


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Was für ein absolut genialer Morgen! Es ist ziemlich eisig, doch dank der guten Zacken an den Schneeschuhen bietet das Gelände perfekten Halt. Ich steige direkt und steil im offenen Gelände auf, ohne grosse Kehren – das Ziel ist klar erkennbar.


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Kurz unterhalb des Gipfels geht die Sonne auf – Wahnsinn! Schon unzählige Male erlebt, aber jedes Mal aufs Neue unglaublich eindrücklich.


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Der erste Gipfel des Tages ist erreicht. Während des Aufstiegs bin ich ordentlich ins Schwitzen gekommen, doch der kühle Wind macht einen längeren Gipfelaufenthalt schnell unangenehm.


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Also geht es weiter Richtung Schnabelspitz. Am Grat müssen einige kurze Graspassagen gequert werden.
Die Schneeschuhe bleiben dennoch an den Füssen – obwohl das hier extrem mühsam ist, da ich ständig über Äste und durch tiefen Schnee steigen muss.
Und dann passiert’s: Ich stolpere über meine eigenen Schneeschuhe, die Stöcke sind mir ebenfalls im Weg.
Ich schreie wie am Spiess und kugle mehrmals über Äste einen Hang im Wald hinunter. Mist!
Meine Tourpartnerin findet das Ganze äusserst unterhaltsam und wir bekommen beide einen Lachanfall.


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Weiter geht’s. Auf dem Schnabelspitz angekommen, entscheide ich mich spontan, auch noch den Miesenstock mitzunehmen. Der Aufstieg über den NW-Grat ist zwar kurz, aufgrund der Wechten heute aber mit Vorsicht zu geniessen. Für die letzten Meter wechsle ich von den Schneeschuhen auf Grödel: wenig Schnee, dafür blankes Eis!
Die Bedingungen verlangen nach Anpassung. Oben ist es ausnahmsweise windstill, und ich kann endlich ein wenig „chillen“.


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Wegen der grossen Wechten traversiere ich noch ein Stück weiter dem Grat entlang Richtung Nollen, bevor der Abstieg folgt. Oben herrscht eher Hartschnee / Harsch, weiter unten wird es angenehmer. Nach rund acht Stunden und vier Gipfeln stehe ich wieder in Langis.


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Daten:
• Schwierigkeit: Einfache Schneeschuhtour
• Ausrüstung: Schneeschuhe, ggf. Grödel bei harten/vereisten Bedingungen
• Zeit: ca. 8 Std
• Höhenmeter: ↑ 810 hm / ↓ 801 hm
• Gipfel: Rickhubel – Schnabelspitz – Miesenstock – weiterer Gratpunkt