Ich liebe es, mich herauszufordern! Deshalb habe ich mir gedacht, dass ich wieder einmal einen Fitnesstest durchführen könnte. Dafür habe ich mir auf meinem Hausberg etwas Besonderes ausgedacht...

Mein Ziel:
Von Zuhause in Nunningen Dorf auf den Hirnichopf zu laufen – und das 4 Mal am selben Tag.
- Eine Etappe: 500 hm Aufstieg und 500 hm Abstieg, in ca. 2 Std. 15 Min. bis 2 Std. 30 Min.
- Nach jeder Etappe: ca. 30 Min. Pause zu Hause.
- Jede Etappe ist derselbe Auf- und Abstieg.

Etappe 1 – Start 05:30 Uhr
Da es um diese Zeit noch stockdunkel ist, ziehe ich meine Stirnlampe an. Gleich nach den letzten Häusern geht es kompromisslos steil die asphaltierte Straße hoch. Weiter oben bei der Bränte, wo der Weg in den Wald führt, wird die Straße steiniger.

Die Hälfte des Aufstiegs zum Hirnichopf führt über einen Forstweg – immer durch den Wald.
Manchmal kann man auch den direkten Weg über eine Wiese nehmen.

Jetzt kommt der finale Aufstieg: 100 hm in etwa 10 Minuten.
Steil – steiler – Hirnisteil!
Kurz, aber sensationell steil – es macht jedes Mal Freude. Ich kenne jeden Tritt, jede Wurzel, jeden Stein, auch im Dunkeln – dieses Jahr war ich schon über 60 Mal hier oben. Heute also zum ersten Mal. Es geht direkt weiter über den Grat des Hügelkamms zum Nunnigerberg. Dort gibt es Stellen, an denen man trittsicher sein muss – Vorsicht bei den Wurzeln! Der Abstieg zum Nunnigerberg, wo die Sonne bald aufgeht, ist wunderschön.
Ich mache kurz Pause und genieße die Ruhe.

Weiter geht’s: Der Abstieg führt direkt hinunter, vorbei an einer Kapelle und den beiden Bauernhöfen Aebi und Stei. Dann kommen schon die ersten Häuser, und ich bin wieder zuhause. Kurze Pause – und ein Frühstück.

Etappe 2 – Start 08:45 Uhr
Die Route ist jedes Mal dieselbe.
Unterwegs beim Aufstieg grüße ich Kühe, Ziegen und Schafe – sie merken schnell, dass ich heute noch ein paar Mal vorbeikommen werde. Immer wieder frage ich mich, ob mein Vorhaben nicht vielleicht doch zu viel ist. Wir werden sehen.
Das letzte Stück auf den Hirnichopf ist heute meine Schlüsselstelle – diese Steilheit wird mich an meine Grenze bringen... oder doch nicht? Nach etwa 2,5 Stunden habe ich auch Etappe 2 geschafft und bin wieder Zuhause.
Pause, bevor es weitergeht.

Etappe 3 – Start 12:00 Uhr
Mit voller Zuversicht starte ich.
Kurz erklärt in meinem Nunniger Dialekt:
„Dr geech ufe ufs Hirni übers Grot ufe Nunnigebäãg und hei bim Wändolin durre.“
Beim Aufstieg denke ich öfter: „Habe ich einen Knall? Das ist doch schon ziemlich verrückt, was ich hier mache.“ Aber solange es sich richtig anfühlt und ich Spaß daran habe, passt es. An der Schlüsselstelle komme ich immer noch schnell hoch – ich bin selbst überrascht, wie gut meine Fitness ist. Der Abstieg geht schon etwas in die Knie, aber meine Zuversicht ist ungebrochen. Zuhause angekommen gönne ich mir diesmal eine Stunde Pause, bevor der vierte Streich beginnt.

Etappe 4 – Start 15:30 Uhr
Ich bin gespannt, wie das letzte Mal wird.
Los geht’s! Meine Beine fühlen sich nicht schwer an – perfekt. Ich weiß: das ist heute der letzte Aufstieg, und das beflügelt mich.
Es geht zügig hinauf, nur etwa 10 Minuten langsamer als am frühen Morgen – damit bin ich absolut zufrieden.
Die letzten Meter, die letzte Kurve – geschafft! Unglaublich! Ich bin sprachlos. Das soll mir erst mal einer nachmachen.
Ein überwältigendes Gefühl: etwas geschafft zu haben, das einen enormen Willen erfordert.
Zum 4. Mal am Hirni – da brauche ich erst mal eine Pause auf dem Bänkli. Langsam realisiere ich: 2000 Höhenmeter Aufstieg! Unfassbar, ich bin sehr glücklich.
Ich genieße den Abstieg zum Nunnigerberg und koche mir mit dem Gaskocher eine Suppe. Beim letzten Abstieg merke ich meine Knie dann doch deutlich.
Kaum Zuhause angekommen, fängt es heftig an zu regnen.
18:29 Uhr – THE END!
Ein perfekter Tag, von Anfang bis Schluss.

Schwierigkeiten:
- Einfache Tour
- Gute Ausdauer erforderlich
- Der Wille führt zum Erfolg

Gesamt:
- Zeit: 9,5 Std.
- Aufstieg: 2080 hm
- Abstieg: 2080 hm
- Distanz: 32 km