Der Bristen im Kanton Uri stand schon lange auf meiner Wunschliste – die 2300 Höhenmeter an einem Tag im Aufstieg zu bezwingen, ist für mich ein riesiger Traum. Dieser erfüllte ich mir am 12. August 2023.

VON BRISTEN AUF DEN BRISTEN
Von der Postauto-Haltestelle im Dorf Bristen führt mich der Wanderweg talauswärts und über Lehn in den Bristenwald. Nach zahlreichen Kehren und Serpentinen im Wald erreiche ich beim Bristenstäfeli erstmals wieder offenes Gelände.

Über einen bewaldeten Geländerücken gelange ich zu den Hütten von Blacki und erreiche nach weiteren Höhenmetern das Bristenhüttli.

Ab hier ist der Weg noch markiert und recht einfach, aber trotzdem steil. Die ersten 1350 Höhenmeter sind geschafft – deshalb mache ich beim Bristenhüttli eine Pause und schaue mir mein heutiges Ziel an.

Nun ändert sich der Charakter der Tour – ab jetzt gibt es keine Markierungen mehr, und das Gelände wird hochalpin. Ich starte in Richtung Gipfel und steige mühsam links über ein Schneefeld und durch Geröll zum grossen weissen Pfeil hinauf.


Nun geht es zum Lauchergrat – vorerst über Wegspuren.
Ich folge dem Grat, der immer felsiger und steiler wird.
Ich versuche, möglichst dem Grat zu folgen, der sich aber teilweise nach Westen aushöhlt.

HIER BIN ICH NUN IM T5-GELÄNDE!!!! Manchmal zeigen mir Steinmännchen den Weg. Ich schaue nach oben, studiere meine Route – und weiter geht die Kraxelei.

Die Schlüsselstelle: der nördliche Vorgipfel (2948 m ü. M.), wo der nicht ausgesetzte Teil und der NW-Grat aufeinandertreffen. Den Grat muss ich auf jeden Fall direkt überklettern – es ist aber einfacher, als es von unten aussieht.

Ich liebe dieses Gelände – ein Traum! Der Kraxelspass ist genial. Die Tiefblicke hinunter zur Autobahn – Wahnsinn.

Langsam geht es richtig in die Beine – schon mehr als 2000 hm Aufstieg habe ich hinter mir. Die Schritte werden mühsamer, aber die Freude, es bald geschafft zu haben, überflügelt alles.

Noch die letzten Meter bis zum Gipfel. Trotz Wolken und Nebel bin ich überglücklich und geniesse diesen magischen Ort. Dieses Gefühl, 6 Stunden bergauf gegangen zu sein – und die 2300 hm geschafft zu haben – ist unbeschreiblich. ICH BIN TOTAL BEGEISTERT!!!!

Der Gipfelerfolg ist erst die halbe Arbeit des Tages. Der Abstieg ist genauso anspruchsvoll wie der Aufstieg – der Grat verlangt pausenlose Konzentration.
Was für ein Gratspektakel!!!!
Der Abstieg ist wie der Aufstieg – also nochmals 2300 hm, diesmal bergab.

Schwierigkeiten:
Zahlreiche Kletterstellen bis II. Grad, meist ausgesetzt, dazu einige abschüssige Querungen in den Flanken. Die Wegfindung ist nicht ganz einfach, besonders im Abstieg.
Die Schwierigkeit T5 muss über längere Zeit und auch im Abstieg beherrscht werden.
- Auf- und Abstieg Bristenhüttli: T3
- Auf- und Abstieg Bristen: T5
Route:
Bristen Dorf – Bristenhüttli: 3,5 Std.
Bristenhüttli – Bristen Gipfel: 2 Std.
Bristen Gipfel – Bristenhüttli – Dorf Bristen: 4,5 Std.
Insgesamt: 10–11 Std.
Höhenmeter:
Aufstieg: 2300 hm
Abstieg: 2300 hm