Brisi 2278 m.ü.M - Hitzewelle auf den Churfirsten

Die 7 Churfirsten:
Für mich die schönste Bergkette überhaupt – ich bin seit jeher fasziniert von diesen Bergen. Sie liegen zwischen dem Toggenburg und dem Walensee. Die Felsen auf der Südseite sind spektakulär – der Blick von der Autobahn aus ist gigantisch.


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Bei dieser Hitzewelle heute bin ich mir wirklich unsicher, ob mir das Spaß macht – und ob mein Vorhaben überhaupt denkwürdig wird. Ursprünglich hatte ich gedacht: Erst einen Gipfel besteigen, dann vielleicht noch einen zweiten – eventuell sogar einen dritten?


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Als Ausgangspunkt wähle ich heute die Alp Sellamatt. Zuerst nehme ich die kurze Bergfahrt mit dem Sessellift von Alt St. Johann zur Alp Sellamatt auf mich. So starte ich meine Tour – die Hitze ist schon jetzt enorm, die Ausgangslage ist nicht ideal – wir werden sehen.
Ich gelange über den Lämboden nach Mittelstofel, folge weiter südwestlich dem Wanderweg zur Lochhütte.

ICH NUTZE JEDEN SCHATTEN – DIE HITZE IST BRUTAL.


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Der Weg zum Brisi zweigt links ab, und ich folge ein kurzes Stück der Teerstraße. Nach wenigen Metern geht es rechts weiter auf der Kiesstraße, die zum Brisizimmer führt. Ab hier wird der Wanderweg zunehmend steiler. Ich dachte, vielleicht wird es kühler, wenn ich bergauf steige – momentan sieht es nicht so aus.


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Später zweigt der Pfad links ab und schlängelt sich in Zickzacklinien den Bergrücken hinauf. Die Sonne scheint mir gefühlt direkt in den Rücken – ich bin komplett durchgeschwitzt. Ich entscheide mich, bei dieser Hitze heute nur diesen einen Gipfel zu besteigen. Die Akklimatisierung an die heißen Temperaturen ist extrem wichtig – das sollte man nicht unterschätzen.


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Im oberen Teil wird der Weg etwas felsiger und steiniger – Schwierigkeiten gibt es aber keine.
Letzte Schneereste an schattigen Stellen kann ich problemlos passieren.


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Der höchste Punkt! Vom Brisi aus sehe ich: Bald habe ich’s geschafft. Aber ich muss gefühlt alle paar Meter verschnaufen – diese Hitze macht mich echt fertig. Doch die Motivation steigt wieder – ich sehe das Gipfelkreuz! Wenig später: Ich habe es geschafft – UNGLAUBLICH.


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Bevor ich die Aussicht genieße, brauche ich erstmal Ruhe, Entspannung – und etwas zu trinken. Die Aussicht ist der Hammer – auf die anderen sechs Churfirsten links und rechts. Auch auf dieser Höhe sind es noch 20 Grad – deutlich angenehmer als unten im Tal.

DIE KAISERROUTE – ALLE 7 GIPFEL AN EINEM TAG MIT 3800 HM AUFSTIEG – HABE ICH 2021 ERFOLGREICH GESCHAFFT.

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Eigentlich will ich gar nicht zurück in die Hitze – aber irgendwann muss man halt absteigen. Beim Abstieg sehe ich einen Teil der Alpinroute Schnürliweg, die in der Südwand der Churfirsten verläuft. Diese Tour steht auch noch auf meiner To-do-Liste. Ich steige weiter ab – Richtung Selunbahn.


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Beim Abstieg besichtige ich noch das Wildmannsloch – eine Karsthöhle mit erfrischend kühlen Temperaturen. Nachdem ich mich dort etwas abgekühlt habe, geht es zur Bergstation der Nostgaldiebahn, die mich wieder ins Tal bringt.


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Schwierigkeiten:
Eine einfache Bergtour im T3-Bereich.
Die größte Herausforderung heute: die Hitze.
Im Bergsommer sollte man bei Temperaturen über 30 °C im Tal unbedingt früh starten – oder besser gleich höhere Berge mit höherem Ausgangspunkt wählen.
Leider liegt im Juni über 2500 m ü. M. noch immer viel Schnee – deshalb musste ich mein Tourenziel etwas weiter unten planen.


Route:
Sellamatt – Brisizimmer – Brisi: T3, ca. 3 Std.
Brisi – Torloch – Selunbahn: T3, ca. 2,5 Std.
Gesamtzeit: ca. 6 Std.
Gesamtaufstieg: ca. 1000 Hm
Gesamtabstieg: ca. 850 Hm
Distanz: 10,52 km