Augstenberg 2259 m.ü.M - mal besser, Malbuner!

Die 4. Gipfeltour über Spitz, Augstenberg, Nospitz und Silberhorn befindet sich im Hochtal von Malbun in den Lichtensteiner Berge.


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Von Malbun aus gehe ich über eine Forststraße die ersten zweihundert Höhenmeter hinauf. Kurz vor der Bergstation Sareis wechsle ich auf den „Fürstin-Gina-Weg“ und folge ihm bis zum Fuß des Nordgrats des Spitz.


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Der Nordgrat lässt sich für geübte Bergsteigerinnen ohne größere Schwierigkeiten besteigen – maximal T4.
Der Abstieg auf der Südseite ist dann wieder ein normaler Wanderweg im T2–T3-Bereich. Weiter geht’s über den Grat, vorbei an blühenden Bergwiesen, in Richtung Augstenberg.


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Der Grat ist einfach – zunächst über Wiesen, später über ein paar Blocksteine. Bald ist das Gipfelkreuz in Sicht, und so erreiche ich schnell den Hauptgipfel meiner vierten Gipfeltour.


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Die Aussicht auf die schneebedeckten höchsten Gipfel Liechtensteins ist einfach einmalig.


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Vom Augstenberg-Nordgipfel geht’s weiter zum Südgipfel. Etwas später verlasse ich den markierten Wanderweg und folge einem gut sichtbaren Pfad in Richtung Gorfiongipfel.
Der Gratweg dorthin ist zwar ausgesetzt, aber noch gut begehbar. Doch als ich vor dem Felsgürtel des Gorfions stehe, will ich es trotzdem versuchen – ich komme dem Felsen immer näher.
Aber dann muss ich einsehen: Es ist zu gefährlich. Vor allem der Rückweg durchs Felsgelände erscheint mir zu heikel. Also lasse ich es bleiben. Die Besteigung war spontan – und ich hatte keine Informationen über den Gipfel.


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Da ich für diesen Gipfel meine "Hausaufgaben" nicht gemacht habe, ist die Entscheidung, umzudrehen, definitiv richtig.


Hausaufgaben für anspruchsvolle Gipfel:

  • Routenverlauf?
  • Schwierigkeit gemäß SAC-Skala?
  • Klettertechnisch anspruchsvoll?
  • Seile, Ketten vorhanden?
  • Wo ist der Einstieg?
  • Markierung?
  • Kartenmaterial studiert?

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Ich kehre also zurück zum Wanderweg, wo ich ihn verlassen hatte. Von dort geht es über den Grat bzw. leicht links davon zur Pfälzerhütte am Bettlerjoch – teils über Schneefelder hinunter.
Kurze Zeit später sitze ich bereits in der Gartenwirtschaft der Pfälzerhütte, genieße das schöne Wetter und die prächtige Aussicht.


8.1


Von der Pfälzerhütte führt der Weg zunächst über eine gekieste Alpstraße bis zur Abzweigung Tälihöhi/Malbun. Der Weg zur Tälihöhi zieht sich durch wunderschöne, blumenreiche Alpwiesen am Fuß des Augstenbergs entlang.


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Bei der Tälihöhi: Wer nicht unbedingt jeden Gipfel mitnehmen möchte, dem rate ich hier klar zum Abstieg – denn der Weiterweg ist nur noch etwas für Gipfelsammler oder das Projekt "100 Gipfel".
Ich steige zügig über Pfadspuren in Richtung Nospitz auf und kämpfe mich durch dichte Legföhren. Oben wartet ein kurzer Kraxelspaß – und dann geht’s wieder zurück zur Tälihöhi.


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Dort nehme ich noch den letzten Gipfel mit: das Silberhorn! Über einen einfachen Grat – obwohl ich eigentlich keine Lust mehr habe. Zum Glück sehe ich das Gipfelkreuz – das motiviert mich dann doch noch. Geschafft!
Ich blicke zurück auf eine lange, eindrucksvolle Tour.


WICHTIG:
Das Silberhorn hier nicht verwechseln mit dem Silbernhornsprung im Skizirkus der Lauberhornrennen! Schließlich nehme ich den direkten Weg hinunter nach Malbun – der Abstieg geht schnell, denn unten wartet schon eine Glace auf mich.

DAS BESTE NACH EINER TOUR: EIN RICHTIG GUTES CORNETGLACE MIT STRACCIATELLA!


Schwierigkeiten:
Einzelne Passagen bis T4 – am Spitz, im Abstieg vom Augstenberg sowie am Nospitz. Die Wegfindung im Abstieg vom Nospitz ist etwas anspruchsvoller.


Etappenübersicht:
Malbun – Spitz – Augstenberg
Schwierigkeit: T3, Dauer: 3 Std.
Augstenberg – Pfälzerhütte
Schwierigkeit: T3, Dauer: 1,5 Std.
Pfälzerhütte – Tälihöhi – Nospitz – Tälihöhi – Silberhorn – Malbun
Schwierigkeit: T3, Dauer: 3,5 Std.


Gesamtzeit: 8 Std.
Gesamtaufstieg: 1.327 Hm
Gesamtabstieg: 1.315 Hm
Distanz: 16,17 km