Die Drei-Schwestern-Tour mit dem Fürstensteig ist eine klassische Bergtour in Liechtenstein. Die Route führt entlang gesicherter Felssteige und verbindet den bekannten Fürstensteig mit dem spektakulären Drei-Schwestern-Steig.

In Gaflei, beim Parkplatz, folge ich der Straße und gelange bald in einen Wald.
Nach ungefähr 10 Minuten erreiche ich den Einstieg zum Fürstensteig.
Dieser ist in den Felsen gehauen und mit Treppen, Brücken und zahlreichen Seilsicherungen versehen – ein echtes alpines Highlight.

Da ich früh am Morgen losgelaufen bin, liegt der Steig noch im Schatten – bei den heutigen Temperaturen sehr angenehm! So komme ich nicht allzu sehr ins Schwitzen. Ich passiere bizarre Felsformationen und genieße einen herrlichen Blick ins Rheintal. Der Fürstensteig ist wirklich toll angelegt – zurecht ein Klassiker in den Ostalpen. Der Steig ist ein Erlebnis der besonderen Art: Ausgesetzte Passagen sind mit Drahtseilen und Geländern gesichert, dazu gibt’s coole Holzbrücken mit richtig alpinem Ambiente.

Nach etwa 30 Minuten erreiche ich das Ende des Steigs, markiert durch ein kleines Drehkreuz – ich bin am Gafleisattel. Von hier mache ich einen Abstecher zu meinem ersten Gipfel: dem Alpspitz (1996 m ü. M.). Der Weg führt über steile Hänge, zum Teil über Schneefelder. Da ich recht zügig unterwegs bin, ist das Kreuz bald in Reichweite, und ich stehe schon auf meinem ersten Gipfel. Ohne Pause geht es direkt zurück zum Gafleisattel. Dieser kurze Abstecher hat mich ca. 1,5 Stunden gekostet.

Jetzt beginnt der zweite Abschnitt der Tour. Der gesamte Verlauf bis zu den Drei Schwestern ist gut einsehbar.
Der Weg verläuft als wunderschöner und aussichtsreicher Höhenweg – unkompliziert und einfach zu gehen.
Unterwegs nehme ich zwei weitere Gipfel mit: den Gafleispitz (1982 m ü. M.) und den Kuegrat (2123 m ü. M.).

Am Kuegrat geht es in zahlreichen Kehren steil bergab. Der schottrige Weg erfordert Vorsicht bei jedem Schritt.
Dann steigt der Pfad wieder an – kurz vor dem vierten Gipfel beginnen erste Kraxelpassagen, die aber stets gut gesichert sind.
Ich überwinde große, in den Felsen gehauene Stufen und muss ab und zu die Hände zur Hilfe nehmen.

Ich steige immer höher – und schließlich erreiche ich den Garsellikopf (2105 m ü. M.), markiert durch einen markanten weißen Felsblock.
Hier stehe ich direkt an der Landesgrenze zwischen Liechtenstein und Österreich.
Ich genieße die Aussicht und die Ausgesetztheit – ICH LIEBE ES!

Da der Gipfel recht schmal ist und immer wieder andere Berggänger vorbeikommen, gehe ich weiter in Richtung des fünften Gipfels.
Während der bisherige Weg rot-weiß markiert war, wechselt die Markierung nun zu blau-weiß – der anspruchsvollste Teil der Tour beginnt.
Für mich: DAS HIGHLIGHT DES TAGES!

Je höher ich komme, desto mehr gewinnt die Tour an alpinem Charakter.
Die schwierigen Stellen sind aber durchgehend gesichert, übermäßig ausgesetzte Passagen gibt es kaum.
Der letzte Gipfelaufschwung erfordert jedoch Vorsicht – es geht steil bergab und der Grat ist schmal.
Und dann: geschafft! Ich stehe auf dem Gipfel der Drei Schwestern (2052 m ü. M.).
WAHNSINN! Kaum Platz hier oben – es fällt auf allen Seiten steil ab.

Der Ausblick von hier ist für mich der schönste der gesamten Tour – ich sehe ganz Liechtenstein und viele Berge Vorarlbergs.

Der Abstieg beginnt – aber auch hier bleibt es spannend. Mehrere Leitern müssen überwunden werden, Stahlseile helfen beim Abstieg. Es macht riesigen Spaß!

Der anspruchsvolle Teil der Tour endet an einem natürlichen Durchgang – einem Felsenloch.
Nun folgt ein langer, steiler Abstieg zur Gafadurahütte, wo ich mir etwas zu essen gönne – jamjam!
Das letzte Stück führt über eine Fahrstraße, zwischendurch auch über sehr steile und dadurch anstrengende Wanderwege bis nach Planken.
Schwierigkeiten:
- Fürstensteig: ausgesetzt, aber fast durchgehend gesichert
- Aufstieg Drei Schwestern: blau-weiß markiert, ungesicherte Leitern
- Ab dem dritten Gipfel: ziemlich ausgesetzt, Trittsicherheit notwendig
- Viele Stahlseilsicherungen unterwegs
Route im Überblick:
- Gaflei – Fürstensteig – Gafleisattel – Alpspitz – Gafleisattel: T3, ca. 3 Std.
- Gafleisattel – Gafleispitz – Kuegrat – Garsellikopf: T3+, ca. 1,5 Std.
- Garsellikopf – Drei Schwestern: T4, ca. 30 Min.
- Drei Schwestern – Gafadurahütte: T4, ca. 2 Std.
- Gafadurahütte – Planken: T2, ca. 1 Std.
Gesamtzeit: ca. 8 Stunden
Gesamtaufstieg: ca. 1200 Höhenmeter
Gesamtabstieg: ca. 1800 Höhenmeter
Distanz: ca. 17 km