Die zwei Gipfel liegen auf dem Grenzkamm des St. Antönier Tals in der Schweiz, einem Seitental des Prättigaus im Kanton Graubünden. Im Winter sind es oft besuchte Berge – im Sommer hingegen deutlich ruhiger.

Da ich die Landschaft rund um St. Antönien im Prättigau sehr schön finde, habe ich mir für diesen Schönwettersamstag eine eher wenig begangene Tour vom Wanderparkplatz aus ausgesucht. Vom Parkplatz führen praktisch alle Wanderwege in Richtung Berghaus Partnun. Ab Partnunstafel bin ich dann fast alleine unterwegs – denn der Großteil der Wanderer zieht es zum Partnunsee, zur Sulzfluh oder zur Tilisunahütte.

Nach einem eher sanften Anstieg über Wiesen gelange ich allmählich ins steinige Gelände. Dort zweigt mein Weg zur Rotspitz vom Hauptweg zum Plasseggenpass ab. Im flacheren Gelände angekommen, entscheide ich mich für den Abstecher zur 2.517 m hohen Rotspitz. Dafür muss ich wissen: Es bedeutet rund 300 zusätzliche Höhenmeter – denn bei diesem Gipfel geht es auf demselben Weg auch wieder zurück hinunter.

Interessanter wird es, als ich den Grat zum Gipfel erreiche. Dieser Grat markiert gleichzeitig die Grenze zu Österreich, wobei er auf der österreichischen Seite deutlich steiler abfällt. Auch das letzte Stück des Wegs auf die Rotspitz ist zwar steil, aber harmlos und gut zu begehen.


Ankunft auf der Rotspitz. Im Hintergrund erheben sich die Sulzfluh und rechts die Schijenflue – Zeit für eine Pause, um die Aussicht zu genießen. Nun muss ich aber weiter und mache mich an den Abstieg bis auf rund 2.200 m zu den Wegweisern.

Jetzt geht es wieder steil hinauf – über größere Blocksteine. Der folgende Aufstieg zum Pass beim Riedchopf hat es in sich: Der Weg ist stellenweise schmal, steil und der Untergrund nicht immer besonders griffig.

Ankunft auf dem Pass – rechts ist bereits der Gipfel des Riedchopfs zu sehen. Doch je näher man dem Gipfelkreuz kommt, desto schwieriger und ausgesetzter wird es.

Ganz zum Schluss wird es ein wenig knifflig – ich muss um einen Felsen herumklettern. Aber mit der nötigen Vorsicht ist das für mich kein Problem. Für die letzten Meter brauche ich die Hände, da es über Stock und Stein geht.

Nun stehe ich auf dem zweiten Gipfel des heutigen Tages und genieße ganz allein die großartige Aussicht.
Diese Ruhe – einfach wunderschön.

Für den Rückweg nehme ich dieselbe Route wie beim Aufstieg. Beim Abstieg durch das steile Gelände ist ein wenig Vorsicht geboten. Ich gehe zügig hinunter – es ist inzwischen sehr heiß, und in der Beiz beim Berghaus Partnun wartet ein erfrischendes Getränk auf mich. Mit neuen Kräften geht es dann gemütlich zurück zum Parkplatz.

Schwierigkeiten:
Da ich an diesem Tag nicht topmotiviert war, habe ich mich bewusst für zwei wenig schwierige Gipfelziele entschieden.
Eigentlich hatte ich den anspruchsvollen Sulzfluh-Klettersteig geplant – aber meine Erfahrung sagt mir: Wenn die Motivation fehlt, lieber eine einfachere Tour gehen.
Beide Gipfel sind mit T3 zu bewerten.
Am Riedchopf ist der Schlussteil etwas ausgesetzter, und Hände können als Unterstützung gebraucht werden.
Beide Gipfel bieten beim Kreuz wenig Platz, sind aber aussichtsreich und ausgesetzt mit beeindruckenden Tiefblicken.
Route:
St. Antönien Parkplatz P6 – Berghaus Sulzfluh – Rotspitz: 3 Std, T3
Rotspitz – Riedchopf: 1,5 Std, T3
Riedchopf – Berghaus Sulzfluh – St. Antönien Parkplatz P6: 2,5 Std, T3
Gesamtzeit: ca. 7 Std
Gesamter Aufstieg: 1.200 Hm
Gesamter Abstieg: 1.200 Hm
Distanz: 15 km