Gitschen 2513 m.ü.M - nichts für schwache Nerven

Der Gitschen im Kanton Uri ist ein lohnendes Ziel, allerdings nur eines für gewohnte Alpinisten im anspruchsvollen Bereich. Auf dem Gipfel wird man mit einer Traumsicht belohnt. Der Tiefblick ist einzigartig, mit viel Luft unter den Füssen und 2000 Meter Abgrund.

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Die Alpine Route beginnt an der Bergstadion der Gietisflue-Bahn. Der Pfad steigt steil hoch, kurze Zeit später stehe ich bei Hinter Wang auf dem Sattel des Bergrückens und blicke ein erstes Mal auf das Nebelmeer im Unterland. Auf der anderen Seite sehe ich wie die Bergspitzen wunderschön von der Morgensonne leuchten.

Genau so tief wie es von hier nach unten geht, so hoch thront der Gipfelkopf des Gitschen noch über mir.

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Jetzt wechselt das Gelände von Grün auf Grau, also wird das Gelände steiniger.

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Ab jetzt wird es interessant. Der Pfad schlängelt sich mehrere Hundert Meter um die schroffen Felsen des Gipfelturms herum. Trocken ist die Passage ziemlich harmlos, und trotzdem muss ich vorsichtig sein aber die Tiefblicke sind unbezahlbar. Ein spannendes Erlebnis in einer einzigartigen Kulisse!

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Auf der Umgehung der Wand folge ich wieder auf dem Grasgelände. Weit oben, gefühlt fast senkrecht, sehe ich denn Gipfelgrat wo ich jetzt aufsteigen muss.

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Oben am Grat angekommen sehe ich das unfassbare Gelände des Gitschen. Das lässt das Bergsteigerherz in jeder Hinsicht höher schlagen.

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Der mächtige Gipfelkopf, der schmale Grat, die Tiefblicke, unglaublich! Hier fühle ich mich Zuhause. Konzentriert geht es weiter, ein Stahlseil hilft an einer heiklen Stelle, mit leichter Kletterei (1 Grat) erreiche ich schliesslich das Gipfelplateau.

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Das Gipfelspektakel ist unbeschreiblich: Das Nebelmeer, der Grat, die vielen Gipfel, die Abgründe, der hellgraue Fels. Ich bewundere diese einzigartige Region.

Beim Abstieg nehme ich dieselbe Route.

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Schwierigkeiten: Alpine Tour im T5, zeitweise ausgesetzte Wegführung, steiles Gelände und mehrere kurze Kraxelstellen verlangen viel Trittsicherheit und eine gute Portion Schwindelfreiheit. Einige Stellen sind mit Fixseilen und Ketten gesichert.

Aufstieg sowie Abstieg 1175 Höhenmeter, in gemütlichen 7 Stunden