Der Fluebrig ist ein Gipfel zwischen dem Wägital und dem Sihltal in den Schwyzer Alpen im Osten des Schweizer Kantons Schwyz.

Vom Golfplatz beim Parkplatz im Ochsenboden folge ich der Naturfahrstraße links in den Wald hinauf. Nach gut zwei Kilometern geht diese in einen Wanderweg über, der mich steil hinauf zur Alp Schärmen führt.

Die Stimmung in der Morgensonne, die saftigen Wiesen und die herrliche Ruhe – einfach gigantisch. Weiter oben, auf etwa 1700 m, habe ich den ersten Kontakt mit Schnee.

Offenbar ist heute Morgen bereits ein Bergsteiger Richtung Gipfel aufgestiegen – er hat die Spur hervorragend gelegt. Dadurch wird die Routenfindung für mich deutlich einfacher. Weiter oben liegen etwa 30 cm Neuschnee. Dank der tiefen Temperaturen ist der Schnee griffig und gut für den Aufstieg – das dürfte sich in den nächsten Stunden allerdings ändern.

Nun gehe ich über eine Kuppe und kann den Wändlispitz hervorragend sehen – was für ein spektakulärer Anblick!

Der Weg führt jetzt leicht nach links auf einen Kamm, der zu einem kleinen Sattel unterhalb des Gipfelaufschwungs führt. Am Anfang des Kamms muss ich sehr aufpassen, da sich eine Wechte entlangzieht – deshalb steige ich etwas unterhalb der Route auf.

Jetzt geht es über einen Grat hinauf bis zum Gipfelaufschwung – plötzlich und wie aus dem Nichts zieht der Nebel in rasantem Tempo auf. Die Sicht ist stark eingeschränkt – und wieder wie aus dem Nichts taucht der Bergsteiger auf, der die gute Spur gelegt hat. Ich bedanke mich bei ihm, und wir sprechen über die letzten 30 Meter an der Schlüsselstelle kurz vor dem Gipfel. Er rät mir, nur bis zum Vorgipfel zu gehen.

Ich gehe weiter – der Nebel hat sich verzogen, und ich kann die Kletterstellen am Gipfelaufschwung gut erkennen. Der Einstieg erfolgt über eine Metallleiter, weiter geht es mit Fixseilen. Ohne diese Sicherungen wäre das Vorankommen im teils verschneiten Gelände zu matschig und ohne Halt kaum möglich.

Bis zum Vorgipfel ist die Route vollständig mit Fixseilen gesichert.

Nun stehe ich an dem Punkt, an dem der weitere Weg – eine Querung unterhalb der Felsen mit matschigem Schnee – zu gefährlich ist. Die AUSRUTSCHGEFAHR ist in diesem steilen Gelände unter den aktuellen Bedingungen einfach zu groß. Deshalb begnüge ich mich mit dem Vorgipfel. Für mich ist immer wichtig: DIE GEFAHR RICHTIG EINSCHÄTZEN UND NICHTS RISKIEREN, WENN DIE BEDINGUNGEN NICHT PASSEN.

Ich genieße nun die Aussicht vom Vorgipfel und mache eine Gipfelpause. Für den Abstieg nehme ich die gleiche Route zurück. Bei den Kraxelpassagen hilft mir der Pickel. Weiter unten wird der Schnee matschiger, was den Abstieg erschwert – erstaunlicherweise komme ich ohne größere Rutschpartien durch.

Schwierigkeiten:
Auf den letzten 80 Metern zum Gipfel helfen eine Metallleiter und Fixseile, um steile bzw. ausgesetzte Passagen zu überwinden. Teilweise liegt loses Gestein.
Unter den Bedingungen dieser Jahreszeit sind alpine Erfahrung, Schwindelfreiheit, Selbsteinschätzung und Vertrauen in das eigene Können erforderlich.
Route:
Ochsenboden – Schärmen – Obergross – Vorgipfel Fluebrig – Obergross – Schärmen – Ochsenboden
Aufstieg: 1200 hm in 4,5 Stunden
Abstieg: 1200 hm in 3 Stunden