Der Gipfel liegt in den Glarner Bergen und bietet eine herrliche Rundsicht auf den Walensee und das Glarnerland.

Ich starte meine Tour am Parkplatz bei der langsamsten Sesselbahn der Schweiz. Die Wetterprognose für heute lautet: wenig Sonne, viele Wolken – vielleicht erwische ich ein gutes Wetterfenster. Über saftige, blühende Alpwiesen steige ich steil hinauf zur Bergstation des Sessellifts.

Weiter führt mich der Wegweiser Richtung Nüenchamm. Leicht ansteigend erreiche ich die Skihütte Chalthüttli. Momentan befinde ich mich in der Nebelzone – hoffentlich komme ich noch darüber hinaus.
Es ist noch etwas feucht und rutschig vom Regen der vergangenen Woche. Ich überquere den zahmen Filzbach und verlasse den schattigen Wald.

Auf dem Chammweg angekommen, wird das Gelände steiler und winterlicher. Auf einer Höhe von 1700 m liegt noch überraschend viel Schnee – die Spuren führen mich steil nach oben.
Plötzlich: Die Sonne versucht, durch den Nebel zu dringen – mystisch, unbezahlbar.

Es geht langsam bergauf – der Frühlingsschnee ist anstrengend, für mich echt hart an der Grenze.

Am oberen Aufstieg angekommen, steht eine kleine Hütte. Ich habe die Nebelzone hinter mir gelassen – die Aussicht ist wunderbar: Federispitz, Speer, Mattstogg, Säntis, Churfirsten.
Über eine Querung erreiche ich die Verzweigung Ober Chamm – ab hier sind es noch 40 Höhenmeter bzw. 200 Meter Strecke bis zum Gipfel.
Aber ich sinke jetzt bis zu den Knien ein – ich habe SO RICHTIG DIE SCHNAUZE VOLL vom Einsinken.
Doch ich sehe das Gipfelkreuz – der Wille und die Vorfreude überflügeln alles.

Kurz darauf taucht das mehrgipflige Massiv des Mürtschenstocks auf – beeindruckend!

Und nun habe ich es doch noch GESCHAFFT – DER NÜENCHAMM!
Das Schönste am Gipfelerlebnis: diese Ruhe – die Churfirsten – das Glarnerland – das Lauschen auf die Töne der Tiere – der harte Aufstieg.

Nach der Gipfelrast wird es Zeit für den Abstieg – ich gehe hinunter über Ober Nüen und Unter Nüen.
Der Abstieg im Matschschnee ist anstrengend – bei genügend Steilheit rutsche ich immer wieder mit dem Hintern hinunter.
Weiter unten verlasse ich den Schnee und folge der bekannten Aufstiegsroute zurück.

Schwierigkeiten:
Bei optimalen Verhältnissen eine einfache Gipfeltour. Im Frühlingsschnee können die Schwierigkeiten bei Querungen und Routenfindung jedoch rasch erheblich werden.
Route:
Filzbach – Habergschwandwinkel – Chalthüttli – Chammweg – Ober Chamm – Nüenchamm – Ober Nüen – Unter Nüen – Habergschwandwinkel – Filzbach
Aufstieg: 1200 Hm in 5 Stunden
Abstieg: 1200 Hm in 3 Stunden