Nüenchamm 1904 m.ü.M - Frühling - Nebelzone - Winter

Der Gipfel liegt in den Glarner Bergen und bietet eine herrliche Rundsicht auf den Walensee und das Glarnerland.


2

Ich starte meine Tour am Parkplatz bei der langsamsten Sesselbahn der Schweiz. Die Wetterprognose für heute lautet: wenig Sonne, viele Wolken – vielleicht erwische ich ein gutes Wetterfenster. Über saftige, blühende Alpwiesen steige ich steil hinauf zur Bergstation des Sessellifts.


3

Weiter führt mich der Wegweiser Richtung Nüenchamm. Leicht ansteigend erreiche ich die Skihütte Chalthüttli. Momentan befinde ich mich in der Nebelzone – hoffentlich komme ich noch darüber hinaus.
Es ist noch etwas feucht und rutschig vom Regen der vergangenen Woche. Ich überquere den zahmen Filzbach und verlasse den schattigen Wald.


4

Auf dem Chammweg angekommen, wird das Gelände steiler und winterlicher. Auf einer Höhe von 1700 m liegt noch überraschend viel Schnee – die Spuren führen mich steil nach oben.
Plötzlich: Die Sonne versucht, durch den Nebel zu dringen – mystisch, unbezahlbar.


5

Es geht langsam bergauf – der Frühlingsschnee ist anstrengend, für mich echt hart an der Grenze.


6

Am oberen Aufstieg angekommen, steht eine kleine Hütte. Ich habe die Nebelzone hinter mir gelassen – die Aussicht ist wunderbar: Federispitz, Speer, Mattstogg, Säntis, Churfirsten. Über eine Querung erreiche ich die Verzweigung Ober Chamm – ab hier sind es noch 40 Höhenmeter bzw. 200 Meter Strecke bis zum Gipfel.
Aber ich sinke jetzt bis zu den Knien ein – ich habe SO RICHTIG DIE SCHNAUZE VOLL vom Einsinken.
Doch ich sehe das Gipfelkreuz – der Wille und die Vorfreude überflügeln alles.


7

Kurz darauf taucht das mehrgipflige Massiv des Mürtschenstocks auf – beeindruckend!


8


Und nun habe ich es doch noch GESCHAFFT – DER NÜENCHAMM!
Das Schönste am Gipfelerlebnis: diese Ruhe – die Churfirsten – das Glarnerland – das Lauschen auf die Töne der Tiere – der harte Aufstieg.


9

Nach der Gipfelrast wird es Zeit für den Abstieg – ich gehe hinunter über Ober Nüen und Unter Nüen.
Der Abstieg im Matschschnee ist anstrengend – bei genügend Steilheit rutsche ich immer wieder mit dem Hintern hinunter.
Weiter unten verlasse ich den Schnee und folge der bekannten Aufstiegsroute zurück.


10

Schwierigkeiten:
Bei optimalen Verhältnissen eine einfache Gipfeltour. Im Frühlingsschnee können die Schwierigkeiten bei Querungen und Routenfindung jedoch rasch erheblich werden.

Route:
Filzbach – Habergschwandwinkel – Chalthüttli – Chammweg – Ober Chamm – Nüenchamm – Ober Nüen – Unter Nüen – Habergschwandwinkel – Filzbach

Aufstieg: 1200 Hm in 5 Stunden
Abstieg: 1200 Hm in 3 Stunden