Chellenchöpfli (1157 m.ü.M) – Erst Gipfelsturm, dann Guggensturm

Für diese Tour habe ich mir wieder einmal etwas Spezielles ausgedacht: Von zu Hause aus über die schöne Hügellandschaft zum höchsten Punkt des Kantons Basel-Landschaft und weiter nach Liestal an die Fasnacht, wo abends der Cherus stattfindet.


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Guten Morgen! Aufstehen, frühstücken und los geht’s! Eine lange Tour habe ich heute auf dem Programm. Die ersten Meter werden noch im Dunkeln absolviert. Ich gehe ziemlich direkt Richtung Nunningerberg, beim Hof Stei und Aebi vorbei, zur Wendelin-Kapelle.


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Angekommen am Nunningerberg zeigt sich der Sonnenaufgang von seiner besten Seite. Ich geniesse den Augenblick und das Ambiente der Morgenruhe.


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Weiter gehe ich der Strasse entlang Richtung Beinwil, bis ich linkerhand den Hinweis auf St. Fridli finde. Jetzt wird es spannend. Direkt hinter der Kurve wendet sich der Pfad in Serpentinen abwärts, zum Teil mit Ketten gesichert.


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Unten angekommen verschlägt es mir fast die Sprache. Ein gigantischer Felskessel tut sich auf, links des Weges überall kleine Höhlen. Das fliessende Wasser verlockt zu einer Dusche. Allerdings wäre es dafür zu dieser Jahreszeit wohl noch etwas zu frisch.


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Auf der anderen Seite geht es nun auf schmalem Pfad die Felswand wieder hinauf. Ich überquere den Grat der Feldmatt und steige auf schmalem Weg wieder hinunter zu den Sigbachfällen.


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Diese sind heute besonders schön zu sehen, da viel Wasser läuft. Der Wanderweg führt mich entlang des Sigbachs über mehrere Brücken. Es ist ein wunderschöner Weg und einfach traumhaft dieses Ambiente. Um den Abzweig zur Ämmenegg nicht zu verpassen, muss ich im hohen Gras immer wieder auf die Wegspuren achten.


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Bevor es weitergeht, mache ich noch einen kurzen Abstecher zu einem einsamen Bänkli, das grandiose Tiefblicke bietet. Und weiter: Ich sehe auf der rechten Seite die Spur, die über einige kleine Felsen aufwärtsführt, das ist der Weg auf den Grat der Ämmenegg.


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Jetzt beginnt eine wunderbare und klassische Juragratwanderung, vorbei am höchsten Punkt von Nunningen. Ungefähr auf halber Strecke wechsle ich den Kanton, von Solothurn nach Basel-Landschaft. Zuerst geht es noch in ständigem Auf und Ab, dann folgt der kurze, aber knackige Abstieg hinunter zur Ulmethöchi.


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Nun beginnt der eher kurze, etwas langweilige Abschnitt über Forst- und Waldstrassen mit einem kleinen felsigen Übergang zum Bergrestaurant Vogelberg.


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Weiter gehe ich auf dem schmalen, aussichtsreichen Gratweg. Statt zur Wasserfallen hinunterzugehen, bleibe ich am Grat und gehe weiter. Nach einem kurzen Aufstieg erreiche ich das Chellenchöpfli. Vom Chöpfli geht es weiter zum höchsten Baselbieter, dem Hinteren Egg. Ab hier führt der Weg hinab zur Bergstation der Luftseilbahn Wasserfallen. Der Abstieg verläuft teils durch Waldgebiete, bietet aber immer wieder schöne Ausblicke. Von der Bergstation aus könnte man bequem mit der Gondel nach Reigoldswil hinunterfahren, aber ich laufe natürlich, denn dieser Weg ist wirklich sehr schön!


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Ich bin bei der Verzweigung Jägerwägli, wo der schöne Weg hinunterführt. Es ist eine der schönsten und spannendsten Schluchten, die ich in dieser Region kenne. Der Weg führt über urige Brücken sowie Treppen, meist am Bach entlang, hinunter zur Talstation.


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Weiter geht mein Weg nach Reigoldswil, einem idyllischen Ort, umgeben von hügeligen Landschaften und beeindruckenden Wäldern. Vom Dorfplatz aus nehme ich den ansteigenden Weg Richtung Burgruine Rifenstein und zum Sagenweg. Nun führt mich der Weg durch den malerischen Flüegraben und weiter Richtung Titterten.


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Nach Titterten geht es weiter Richtung Arxhof und Bubendorf, jetzt werden Kilometer um Kilometer gesammelt. Das nächste Ziel ist der Sormattfall, ein kleiner, sehenswerter Wasserfall. Dieser Ort ist einfach unglaublich schön gelegen und die Natur zeigt sich von ihrer besten Seite.


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Jetzt stehe ich vor dem beeindruckenden Schloss Wildenstein, kurzer Besuch, und weiter geht es. Das nächste Wegstück führt mich über Wald- und Feldwege hinunter nach Bubendorf.


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Meine Beine werden immer müder, jetzt heisst es nur noch über den Veloweg nach Liestal. Ich höre schon das fasnächtliche Klingen der Guggenmusiken. Wenig später erreiche ich Liestal und kann meine Tour nach 12 Stunden beenden. Ich bin richtig kaputt...die vielen Stunden und Kilometer sind doch ziemlich anstrengend. Etwas essen, und schon beginnt der zweite Teil: Fasnacht – Cherus in Liestal.


Daten:

  • Schwierigkeit: Wanderwege T2 bis T3
  • Zeit: 12 Stunden
  • Höhenmeter: ⬆️ 1440 m | ⬇️ 1710 m
  • Distanz: 35 km